Loxstedts neue „Willkommenskultur“

Am 11. Februar 2015 fand die 11. Offene Präventionsversammlung im Bürgersaal des Rathauses Loxstedt statt. Der Sprecher des Präventionsrates, Bürgermeister Detlef Wellbrock, begrüßte den Präventionsrat und über 100 Gäste. Insbesondere hieß er die Referenten des Abends, Friedhelm Ottens, Kai Wollenweber und Wolfgang Steen zum Thema „Die neue Willkommenskultur – Wege in eine fortschrittliche Zusammenarbeit von Verwaltung und Ehrenamt“ willkommen.

Einleitend berichtete Wellbrock, dass zur Zeit 61 Flüchtlinge in der Gemeinde leben und dass im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch 71 Flüchtlinge hinzukommen werden. Die Gemeindeverwaltung ist gut vorbereitet und hat zusätzlich eine halbe Sacharbeiterstelle und weitere 10 Stunden für die logistische Organisation eingerichtet. 2015-02-11 Steen

Der Dezernent für Finanzen, Soziales und Jugend des Landkreises Cuxhaven Friedhelm Ottens, der Kreisordnungsamtsleiter Kaj Wollenweber und der Sprecher der Flüchtlingsinitiative Hagen, Wolfgang Steen, waren eingeladen, um genauer über die Problemlage zu informieren.

Friedhelm Ottens erläuterte, dass zunächst das Erlernen der deutschen Sprache gewährleistet sein müsse, um auf Arbeitssuche gehen zu können, Mitglied ein einem Sportverein werden zu können und Freunde finden zu können.

Wolfgang Steen von der Flüchtlingsinitiative Hagen konnte Einblicke in die praktische Flüchtlingsarbeit geben. In Hagen schaffen eine Fahrradwerkstatt und eine Teestube Raum für Begegnungen außerhalb der Unterkünfte. Er betonte, dass eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge wichtig sei, da diese sonst häufig unter sich blieben. Dies hemmt alle Bemühungen der Integration. In Hagen existieren bereits Patenschaften für Familien und einzelne Asylbewerber. Er berichtete von einem Paradigmenwechsel, der in den letzten Jahren stattgefunden hat. Die Menschen sehen mehr als noch vor einigen Jahren die Notwendigkeit, anderen zu helfen und sind bereit, ehrenamtlich tätig zu werden.

Kaj Wollenweber beschrieb anschließend die Schattenseiten des Engagements, denn von allen Asylanträgen werden nur rund 30 % der Asylbewerber anerkannt. Viele Flüchtlinge leben oft jahrelang in der so genannten Duldung, die per Gesetzt eine Integration nicht fördert. Damit bleibt bei vielen Flüchtlingen das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Viele werden in ihr Herkunftsland abgeschoben und wieder andere müssen nach dem Dublin Verfahren in das Land zurückkehren, in dem sie ihren ersten Asylantrag gestellt haben.

2015-02-11 Publikum.Die Diskutierenden waren sich einig, dass eine Willkommenskultur nicht von allein entsteht, sondern durch Menschen, die sie leben und in die Öffentlichkeit tragen. Noch während der Veranstaltung erklärten sich 32 Bürger per Unterschrift bereit, Asylbewerbern der Gemeinde Loxstedt ehrenamtlich zu helfen und ihnen ihren in unserer Gemeinde Loxstedt zu erleichtern.

(Bericht und Foto von Viktoria Müller)