Hof Düring spendet Schutzmasken an Loxstedter Jugendpflege

Maskenübergabe im Therapiehof Düring
Ortsvorsteher Jochen Luitjens, Jugendpfleger Matthias Hillmann, Marion Haase (stellvertretende Einrichtungsleiterin), Geschäftsführerin Janina Tessloff, Bürgermeister Detlef Wellbrock und Näherin Anja Kriegel (v .l.) freuen sich, dass die fertiggestellten Masken nun ihre Abnehmer finden können.
Foto: Gemeinde Loxstedt

25 Bewohner sind aktuell auf dem zur Therapiehilfe Bremen gehörenden Hof in Düring zu Hause. Sie alle leiden schon seit langer Zeit an einem Suchtproblem. „Die Menschen können durch die Sucht körperlich und psychisch krank werden und fallen irgendwann aus allen Hilfssystemen heraus“, sagt Janina Tessloff, Geschäftsführerin der Therapiehilfe Bremen gGmbH als Träger der Einrichtung. Einen Ort zum Leben finden sie dann in der Wohneinrichtung auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhauses am Ortsrand von Düring, einer Ortschaft in der Gemeinde Loxstedt. „Hier können sie, soweit es noch möglich ist, für die eigene Umgebung Sorge tragen und ihren Tag organisieren“, so die Geschäftsführerin, die seit 30 Jahren im Suchtbereich tätig ist. Unterstützung gibt es dabei von insgesamt knapp 20 Mitarbeitern in einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Ab Oktober übernimmt Marion Haase, jetzt noch Stellvertreterin, die Stelle der Einrichtungsleitung.

Zur Betreuung gehört die Beschäftigung in den verschiedenen Werkstätten auf dem Gelände, die die Bewohner in Eigenregie betreiben. Dazu zählen ein Gewächshaus, eine Holz-, eine Metall- und auch eine Fahrradwerkstatt sowie die Küche und auch der große Garten. In der Nähwerkstatt geht es jetzt besonders hoch her: Es werden sogenannte Alltagsmasken zum Schutz gegen das Corona-Virus genäht. „Wir verwenden Stoffreste, alte T-Shirts oder auch alte Bettlaken“, erzählt Näherin Anja Kriegel. Gummiband sei besonders Mangelware. „Das Maskenprojekt ist hoch sinnstiftend, weil die Bewohner merken, dass sie für die Gesellschaft tätig sind, gewissermaßen etwas zurückgeben können“, bekräftigt Janina Tessloff. Gerade bei Suchtkranken komme das Selbstwertgefühl zum Erliegen und die Selbstwirksamkeitserfahrung sei besonders wertvoll.

50 der genähten Masken hat der Hof Düring jetzt an die Gemeinde Loxstedt übergeben. Die Jugendpflege koordiniert die Ausgabe. Privatpersonen, die Bedarf haben, können sich dort melden. „Wir übernehmen neben den Aufgaben der Jugendarbeit auch Teile der Gemeinwesenarbeit und organisieren bei Bedarf in Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern Einkaufshilfen“, gibt Jugendpfleger Matthias Hillmann ein Beispiel für die Arbeit in Corona-Zeiten. An die in diesem Bereich tätigen ehrenamtlichen Helfer seien über die Ortsvorsteher auch bereits Masken verteilt worden. Jochen Luitjens ist seit einigen Monaten Ortsvorsteher in Düring und bietet dem Therapiehof seine Unterstützung an: „Wir haben hier viele Vereine, wir können Kontakte herstellen, die Türen stehen den Bewohnern offen“, will er, sobald es die Situation wieder zulässt, Verbindungen, die schon einmal bestanden haben, wieder aufleben lassen.

„Es ist bemerkenswert, was in den letzten Jahren hier nach und nach entstanden ist“, beschreibt Bürgermeister Detlef Wellbrock (parteilos) die Entwicklung der Einrichtung, die in dieser Form seit 2015 von der Therapiehilfe Bremen betrieben wird. Der Hof gehöre allerdings schon seit Jahrzehnten zu Düring. Von der Schutzmasken-Aktion zeigt Detlef Wellbrock sich besonders begeistert und spricht ein Dankeschön aus: „Toll, dass sie dieses Projekt aufgelegt haben.“

Text: Andrea Grotheer / Gemeinde Loxstedt