Jahresbericht des Präventionsrates Loxstedt

Der Workshop zur Jahresplanung 2017 befasste sich mit drei Fragestellungen, wobei die Teilnehmer sich in Gruppen aufteilten und nacheinander die drei Themen bearbeiteten (Ergebnisse aus den Gruppen siehe Bilder)

Thema 1 – Selbstverständnis

Es bestand der Wunsch nach klareren Strukturen. Die Sitzungen des Präventionsrats und des Arbeitskreises Prävention sollten zukünftig zusammengelegt werden.  Die Treffen sollten zukünftig in den Büros der teilnehmenden Institutionen und an wechselnden Wochentagen stattfinden.

So haben sich die verschiedenen Vereine/Verbände kennen gelernt und konnten ihre Einrichtungen und ihre Arbeit vor Ort besser vorstellen.

Gewünscht wurde eine stärkere Präsenz auf öffentlichen Veranstaltungen mit einem eigenen Präventionsmobil (ein Anhänger oä.). Vor allem in Hinsicht auf Jugendschutz-Themen und zur Unterstützung von Kollegen des Landkreises und der Polizei (z.B. Dedesdorfer Markt) konnte ein „Eye-catcher“ gute Dienste leisten.

Thema 2 – Aktivierung/Neugewinnung Akteure

Gewünscht wurde eine bessere/deutlichere Außenwirkung des Präventionsrats.

Flyer und Plakate zur Selbstdarstellung sollten erstellt werden und Ansprechpartner zu einzelnen Themen genannt werden. Diese Flyer könnten dann überall in Einrichtungen ausgelegt werden bzw. in Schaukästen etc. hängen.

Die Website des Präventionsrats sollte aktueller gestaltet werden.

Gewünscht wurde eine eigene Facebook-Seite, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Vor allem jugendliche Vertreter, Vertreter der Schule, Vertreter der Vereine fehlten bisher im Präventionsrat. Diese mussten durch persönliche Ansprache zu einer Mitarbeit motiviert werden.

 

Thema 3 – Projektideen 2017 und Umsetzung

  • Der Konfirmandenbrief sollte weiterhin verschickt werden.
  • Es bestand Einigkeit darüber, dass das Thema Gewalt und Mobbing das Jahresthema wird. Auftakt war die Theateraufführung („Raus bist Du“ vom Berliner Jugendtheater „Eukitea“).
  • Zum Thema Toleranz und Vielfalt sollte eine Aktion „Logo gestalten als Wettbewerb“ folgen (eventuell 2. Jahreshälfte).
  • Denkbar wäre es, die Aktion mit einem Filmprojekt zu begleiten.
  • Weiter im Fokus standen die Themen Streitschlichter, Social Media (Fake News, Hate Speech u.ä.) sowie eine Bedarfsanalyse: Was bewegt Kita, Krippe, Schule, Eltern, Jugendliche?
  • Es sollte Kontakt zum Präventionsrat Bremerhaven hergestellt werden (Wolf-Dieter Porthaus), um Projektideen zu gewinnen und Ideen für neue Arbeitsformen zu entwickeln.

Im Rahmen der Kampagne „Keine Kurzen für die Kurzen“ wurden die Eltern der Konfirmanden auch in 2017 wieder aufgefordert, sich dem Thema auch im Rahmen der Konfirmation ihrer Kinder zustellen und haben folgenden Brief erhalten:

Liebe Eltern, Ihr Kind wird in wenigen Wochen konfirmiert. Sicher sehen auch Sie diesem großen Ereignis mit Spannung und Freude entgegen. Mit der Konfirmation bestätigen die Konfirmanden das Taufversprechen, das die Eltern und Paten sozusagen stellvertretend für den Täufling gegeben haben. Die Jugendlichen werden nun mündige Glieder ihrer Kirchengemeinde. Ist Ihr Kind damit auch automatisch mündig im Umgang mit Alkohol?

In vielen Familien wird die Konfirmation mit einem schönen Familienfest bei gutem Essen und Trinken gefeiert – leider gehört dazu oft auch der erste Vollrausch von Jugendlichen. In jedem Jahr trinken einige Konfirmanden bis zum Erbrechen oder werden nach übermäßigem Alkoholkonsum mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das macht vielen Eltern Sorgen. Wie mit dem Thema „ Alkohol und Konfirmation“ umgehen? Damit Ihre Konfirmation nicht vom Alkohol und seinen Folgen bestimmt wird, sondern ein Fest ist, an das sich alle gern erinnern, möchten wir Sie mit diesem Brief informieren, zum Nachdenken anregen und Ihnen Tipps und Hilfen an die Hand geben. Dabei wollen wir Alkohol weder verharmlosen noch verteufeln. Denn Alkohol kann beides sein – Genussmittel, aber auch starkes Suchtmittel.

Völlig deplatziert wirkt anlässlich der Konfirmation die gedankenlose Aufforderung mancher Erwachsener an Jugendliche: „Heute darfst du dich mal besaufen.“ Alle wissen, was Alkohol ist – auch Kinder und Jugendliche. Alkohol ist wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und Trinkkultur.

Mit der Aufführung des Theaterstücks „Raus bist Du“ im Rahmen der Präventionsversammlung hat der Loxstedter Präventionsrat ein neues Format installiert. Wurden bisher in den Präventionsversammlungen die Themen über Referenten transportiert, so wurde diesmal das Medium Theater benutzt. Das Publikum war begeistert.

Das Berliner Ensemble EUKITEA brachte das Stück „Raus bist Du!“ in der Mehrzweckhalle Nesse zur Aufführung. Das gewaltpräventive Theaterstück zum Thema „Mobbing“ richtet sich an Kinder ab zehn Jahren. Mehr als 70 Besucher kamen zur Vorstellung und waren von der Präsentationsform begeistert. Das Stück fesselte auch die Erwachsenen und löste Emotionen aus. In einem halbstündigen Nachgespräch konnten die Gäste der Versammlung dann ihre Fragen loswerden und von dieser Möglichkeit machten einige Gebrauch. Unter den Gästen waren zudem Eltern, deren Kinder am nächsten Morgen das Stück ebenfalls in einer Aufführung in der Schule sehen würden. Sie wollten sich vorab über den Inhalt informieren, um danach mit den Kindern inhaltlich ins Gespräch kommen zu können.

Am 10.03. folgten 2 Aufführungen für alle 5. und 6. Klassen der HRS und des Gymnasiums Loxstedt. Insgesamt nahmen knapp 300 Kinder inklusive Lehrern teil. Auch bei diesen Aufführungen lag eine Spannung im Raum, die Kinder waren konzentriert dabei und beteiligten sich rege am Nachgespräch.

Einige Lehrer sowie die Sozialpädagogin der HRS werden mithilfe des von EUKITEA bereitgestellten Nachbereitungsmaterials zum Thema arbeiten. Alles in allem ein großer Erfolg, so Frau Bender-Hardt.

Um die Gesundheit sollte sich alles am 1. Loxstedter Gesundheitstag drehen, zu dem der Präventionsrat in und um das Rathaus eingeladen hatte. Viele Stände, Vorträge und Aktionen zum

Ausprobieren, zu gesunder Ernährung und mehr begeisterten die Besucher. Von denen allerdings hätte die Veranstaltung mehr verdient gehabt, das warme Wetter lockte die Leute scheinbar eher in die Gärten und aufs Fahrrad als in das Rathaus. Trotzdem war der Sprecher des Loxstedter Präventionsrates, Bürgermeister Detlef Wellbrock zufrieden. „Für die erste Veranstaltung dieser Art ist die Resonanz völlig in Ordnung. Auch in den umliegenden Gemeinde haben wir Aufmerksamkeit erregt“, meinte er. Ein Highlight war ein echter Smart, den Rainer Röper, vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (B.A.D.S.) in den Bürgersaal gefahren hatte. Dort diente das Auto als „Realo- Fahrsimulator“. Wer wollte konnte sich hinter das Steuer setzen und mit dem Smart durch die Gegend fahren. Allerdings nur auf einer Leinwand, denn die Teilnehmer konnten zwar das Lenkrad bewegen und das Gas- und Bremspedal drücken, aber der Motor blieb natürlich aus. Dafür spielten sich auf der Leinwand verschiedene Szenen aus dem Straßenverkehr ab, auf die der „Fahrer“ angemessen reagieren musste. Das war gar nicht so einfach, wie auch Alfred Pinkel feststellen musste. „Ein bisschen schneller fahren bitte. Normalerweise schleichen sie ja auch nicht mit 40 über die Landstraße, feuerte Röper den Testfahrer an. Der gab Gas und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen als plötzlich ein Reh auf der Straße stand. „Junge junge, an das Auto muss man sich aber erst mal gewöhnen“, staunte Pingel. Am Stand der VBS Cuxhaven konnten Mutige eine Brille aufsetzten die simulierte, wie sich die Sicht unter dem Einfluss von Alkohol verändert. Wer dann noch versuchte Bauklötze übereinander zu stapeln, kam schnell an seine Grenzen. Wie auch ältere Menschen mobil bleiben und sich ein hohes Maß an Selbstständigkeit

Das es nicht einfach ist unter dem Einfluss von Alkohol Bauklötze aufeinander zu stapeln konnten die Bescher des 1. Loxstedter Gesundheitstages mit sogenannten Suchtbrillen ausprobieren (vorne). Der Smart im Hintergrund ist ein Fahrsimulator zum testen der Reaktionsschnelligkeit im Straßenverkehr

bewahren können zeigte Michael Bohlen, von der Firma Koenen Orthopädie- und Rehatechnik. Er präsentierte nicht nur die unterschiedlichsten Modelle von Rollatoren, sondern hatte auch ein E-Mobil, auch Skooter genannt, dabei das ausprobiert werden konnte. „Viele Gehbehinderte wissen gar nicht, dass die Krankenkassen oft ein solches Fahrzeug bezahlen wenn es vom Arzt verordnet wird“, meinte er. An vielen anderen Stationen war Gelegenheit zum Ausprobieren von E-Bikes, zum Hörtest, zur Überprüfung der Sehschärfe, zum Blutzuckertest und mehr. In stündlichem Abstand wurden interessante Vorträge angeboten und wer des Schauens und Hörens müde wurde konnte mit einem Gemüse- und Obst Smoothie oder einem vegetarischen Snack bei der Jugendpflege Loxstedt neue Energie tanken (Rolf Schmonsees – Nordsee Zeitung).

Der Präventionsrat, die Jugendhilfestation Hagen und die Schleuse e.V. sowie der VBS haben sich mit einem gemeinsamen Stand an Loxstedt „go sports“ beteiligt.

 Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c des Loxstedter Gymnasiums  haben im Rahmen des curricular verankerten Themas „Design/Grafikdesign“ Logos für den Präventionsrat Loxstedt zum Thema Toleranz und Vielfalt gestaltet. Nach einem ersten Brainstorming erstellten die Schülerinnen und Schüler eigenständig Skizzen, welche dann im weiteren Gestaltungsprozess immer wieder verändert wurden, bis jede Schülerin / jeder Schüler einen individuellen Entwurf hatte. Gestaltungselemente wie Reduktion, Stilisierung, Auffälligkeit, Einprägsamkeit, Reproduzierbarkeit etc. mussten bei dem Design berücksichtigt werden. Vorhandene Logos des Präventionsrates wurden detailliert besprochen, um vorhandene Wiedererkennungsmerkmale zu berücksichtigen. Die Ergebnisse zeigten die unterschiedlichsten Umsetzungsmöglichkeiten und verdeutlichten darüber hinaus die Schwierigkeit des Logodesigns. Zudem muss angemerkt werden, dass die Schülerinnen und Schüler bis auf wenige Zwischenbesprechungen mit der Kunstlehrkraft diese Aufgabe zu Hause als Ersatzleistung für eine Kunstarbeit bearbeiteten und ihren Gestaltungsprozess ausführlich reflektiert haben.

Zur Ermittlung der Wettbewerbssiegerin, bzw. des Siegers wurde die sogenannte Punktemethode angewendet. Jeder der Anwesende erhielt drei Klebepunkte, die nach Belieben vergeben werden konnte.

Das Siegerlogo von Marie Busch wurde zum offiziellen Logo des Präventionsrates und wird  z.B. im Kopf des verwandten Briefpapieres platziert. Das bisherige Kopflogo „Mut tut gut“ wandert in den Fuß vom Anschreiben.

Die ABÖE e.V. führte in Kooperation mit dem Präventionsrat Loxstedt eine Veranstaltung zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ für pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche Helfer durch.

Der Präventionsrat der Gemeinde Loxstedt hat im Haushaltsjahr 2017 4.979,38 € für Projekte ausgegeben und 3.097,00 € eingenommen, so dass am Ende der Gesamtzuschuss 1.879,38 € beträgt.

Die Aktiven in der Loxstedter Präventionsarbeit hoffen auf die Unterstützung engagierter Menschen, damit auch im nächsten Jahr viele Projekte und Aktionen durchgeführt werden können.

Besonderer Dank gilt den vielen ehren- und hauptamtlichen Helfern, ohne die die Präventionsarbeit in diesem Umfang nicht hätte stattfinden können.